Im März 2012 hat das IGB am Arendsee eine neue Versuchsanlage eingerichtet. Damit möchte das Forscherteam um Dr. Michael Hupfer unter natürlichen Bedingungen untersuchen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Nährstoffverteilung im See haben könnte. Die Wissenschaftler wollen Handlungsempfehlungen ableiten, wie man Seen auch unter veränderten klimatischen Bedingungen ökologisch intakt erhalten kann.


Die Anlage besteht aus vier 30 Meter langen Schläuchen mit einem Durchmesser von drei Metern. Diese Zylinder sind an einer schwimmenden Plattform befestigt. Sie reichen von 20 Metern Tiefe bis auf den Seegrund in 50 Metern und schließen unten mit dem Sediment ab. Innerhalb der Versuchszylinder können die Forscher Experimente durchführen, die im Labor wegen der Komplexität natürlicher Einflüsse nicht möglich sind. Die wissenschaftliche Methode ist also genau zwischen dem reinen Beobachten der Natur und dem Experimentieren im Labor unter kontrollierten Bedingungen angesiedelt.

Es sollen Vorgänge im Tiefenwasser und im Sediment untersucht werden, ohne dass dabei das Wasser im Zylinder komplett vom restlichen Wasserkörper abgeschnitten ist. Weil die Enclosures oben offen sind und sich noch 20 Meter Wasser über ihnen befinden, wird die natürliche Nachlieferung von aussinkenden Partikeln wie Algenresten oder Kalzitkristallen nicht unterbrochen.
Schematischer Aufbau der Unterwasser-Enclosures (UWE) am Arendsee und die vorgesehenen Experimente 1. Verhinderung der Nährstoffrücklösung 2.Unterdrückung der Sedimentation 3. Verlängerung der Schichtung

 

Unter diesen realitätsnahen Bedingungen lässt sich klären, welche Rolle die Sedimente für den Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt spielen. Decken die Forscher einen Zylinder ab, so gelangen von oben keine Nährstoffe mehr hinein. Wenn sie in einem anderen Zylinder die Nährstoffe im Sediment binden – dies erreichen sie durch ein Fällmittel – können sie Aufschluss darüber erlangen, welche Prozesse für die Anreicherung des Phosphors im Tiefenwasser während des Sommers verantwortlich sind.

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein weiteres Projekt, in dem es um die Folgen des Klimawandels geht: Die Dauer der thermischen  Schichtung  wird sich durch den Klimawandel ändern. Wie sich das auf die Versorgung der oberen Wasserschichten mit dem Nährstoff Phosphor und damit auf die Phytoplanktonentwicklung auswirkt, ist dabei eine der zentralen Fragen. Mit den Unterwasser- Enclosures kann die natürliche Zirkulation so manipuliert werden, dass ähnliche Effekte wie beim erwarteten Klimawandel auftreten.

 

Weil sich Grundlagenforschung mit Anwendungsfragen durch diesem Forschungsansatz verbinden lassen, stehen die IGB-Wissenschaftler im engen Kontakt mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft in Sachsen-Anhalt (LHW) und dem Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz in Salzwedel


Kontakt: hupfer@igb-berlin.de


Presse/Medien

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Altmark-Zeitung Online

Astrophysikalisches Institut Potsdam
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Leibniz-Institut für Regionalentwicklung
und Strukturplanung e. V., Erkner