Arendsee - Aktueller Zustand

Im Jahr 2015 kam es über mehrere Wochen von Mitte Mai bis Mitte Juli zu erhöhten Konzentrationen von Cyanobakterien (Blaualgen) im oberen Wasserkörper. Der Höhepunkt der Massenentwicklung, gekennzeichnet durch die intensive Grünfärbung des Wassers und Bildung von unästhetischen Algenteppichen auf der Wasseroberfläche, wurde Anfang Juli registriert. Der Badebetrieb war für einige Tage beeinträchtigt. Ausdruck für die Intensität der Algenentwicklung ist die Trübung des Wassers, die unter anderem mittels Sichttiefen-Messungen ermittelt werden. In der Abbildung ist der Vergleich der Jahre 2014 und 2015 dargestellt.






Die Sichttiefen waren im Jahr 2015 fast durchgängig besser als im Jahr 2014. Auffällig sind die extrem hohen Sichttiefen in den Wintermonaten, die bis 8 m reichten. Die mittlere Sicht-tiefe während der Vegetationsperiode von April bis Oktober lag im Jahr 2015 bei 2,1 m, im Jahr 2014 bei nur 1,6 m. Beide Werte liegen im Schwankungsbereich früherer Jahre. Welches Faktorengefüge in den einzelnen Jahren zum stärkeren oder verminderten Auftreten von Cyanobakterien führt, ist Gegenstand aktueller Forschungen. Sehr hilfreich dafür sind die vom Arendsee vorhandenen Langzeitdaten seit dem Jahr 1976.

In den letzten Jahrzehnten sind besonders deutliche Veränderungen im Sauerstoffhaushalt des Sees zu registrieren. Der im Herbst noch vorhandene Sauerstoffvorrat im Tiefenwasser unterhalb von 20 m verringert seit dem Jahr 1976 im Arendsee deutlich. Ein immer größerer Teil des Hypolimnions ist am Ende der Schichtung sauerstofffrei. Während im Jahr 2014 Anfang November eine mittlere Sauerstoffkonzentration von 2,2 mg L-1 im Tiefenwasser gemessen wurde, wies das Jahr 2015 am Ende der Schichtung mit 3,3 mg L-1 eine etwas höhere Konzentration auf. Dies ist auf den Witterungsverlauf im Winter und im Frühjahr zurückzuführen. In der Abbildung ist die mittlere Sauerstoffkonzentration am 1. November jeden Jahres in der Schicht zwischen 20 und 48 m ab 1977 dargestellt. Die lineare Trendlinie gibt an, dass sich die mittlere Sauerstoffkonzentration gegen Ende der Sommerschichtung in diesem Zeitraum um ca. 50% von 4,6 auf 2,1 mg L-1 verringert hat. Ende November 2015 wurden nur noch oberhalb von 32 m Wassertiefe O2-Konzentration von > 2 mg L-1 nach-gewiesen. Hauptursache dieser niedrigen Werte ist die durch zu hohe Nährstoffkonzentrationen verstärkte Primärproduktion im oberen Wasserkörper. Die Algen sinken nach dem Absterben ab und werden von Mikroorganismen unter Sauerstoffverbrauch abgebaut.






Der Arendsee ist auch im Jahr 2015 weiterhin von einer unverändert hohen Nährstoffkonzentration gekennzeichnet. Die mittlere Phosphor-Konzentration ergab für das Jahr einen Wert von 183 µg P L-1. Obwohl die letzten Jahre geringfügig niedrigere Werte als die Vorjahre aufweisen, kann von einer Trendumkehr noch nicht gesprochen werden, wenn man die Schwankungen längerer Zeiträume betrachtet. Um die Gefahr von Massenentwicklungen planktischer Algen insbesondere von Cyanobakterien (Blaualgen) zu verhindern, dürfte die P-Konzentration nur etwa ein Viertel dieses Wertes betragen.